DIE GESCHICHTE BAMBERGS DURCH DIE JAHRHUNDERTE

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Bambergs Weg durch die Jahrhunderte

Im Jahr 1973 feierten die Bamberger Bürger das tausendjährige Bestehen ihrer Stadt. Doch die Besiedelungsgeschichte des Felssporns an den Ausläufern des Steigerwalds auf dem der Domberg, liegt reicht bis in die Bronzezeit zurück. Die Entwicklung der Stadt Bamberg von einer kleinen Burg zu einem Zentrum des Ostfränkischen Reiches, bis hin zu einem Fürstbistum möchte ich hier bis in die Neuzeit dokumentieren.
Um dies möglichst objektiv zu tun und damit Sie eine möglichst breite Basis für eigene Forschungen vorfinden, werde ich meine Webseite mit nützlichen Links, Hinweisen zu Literatur und historischen Quellen erweitern. Sollten Sie Anregungen und Tipps für mich haben, zögern sie nicht, mich via Email zu kontaktieren.
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1015 Gründung des Klosters St. Michael

Bischof Eberhard I. (1007 - 1040) von Bamberg gründete 1015, auf dem Felsen oberhalb des Domberges, das Benediktinerkloster St. Michael. Er stattete das Kloster reichlich mit Gütern aus, die er von König Heinrich erhalten hatte, um das wirtschaftliche Überleben des Klosters für die Zukunft zu sichern. An der Weihung der Klosterkirche am 4. November 1021 nahmen zahlreiche Bischöfe, Adlige und Kaiser Heinrich teil. Der Gründer war nach mittelalterlichem Recht auch der Herr des Klosters, eine Tatsache der sich die Äbte auf dem Michelsberg gerne entzogen hätten. Lieber wäre ihnen Kaiser Heinrich als Herr gewesen, denn der König war im Falle eines Falles meist viel weiter Weg als der Bischof auf dem Domberg. Diese hätte ihnen mehr Unabhängigkeit und wahrscheinlich auch das Recht den Abt zu wählen gebracht. Doch trotz freier Geschichtsauslegung und Urkundenfälschung - mindestens 2 gefälschte Urkunden konnten für das 12. Jh. nachgewiesen werden - behielten die Bamberger Bischöfe immer die Oberhand und griffen häufig in die Geschicke des Klosters ein.
Obwohl der Mönch Frutolf um 1100 in seiner Chronik Heinrich II. zum Gründer erklärte, was seinen Wünschen entsprang und nicht den Tatsachen entsprach, dürfen wir seinen Angaben, dass Rato der erste Abt war, wohl Glauben schenken. Schon bald nach der Gründung erblühen Wissenschaft und die Künste im Kloster, was nicht zuletzt der Kloster- aber vor allem der Dombibliothek geschuldet sein dürfte. So verfasst Williram von Ebersberg um 1060 seine Übersetzung und Erläuterungen des "Hohen Liedes". Er war vor 1048 Lehrer auf dem Michelsberg, ging dann nach Fulda und wurde anschließen Abt im Kloster Ebersberg.
1063 dichtete der Kanoniker Ezzo das Ezzolied und der Michelsberger Mönch Willo komponierte, wahrscheinlich auf Betreiben des Bischof Gunther von Bamberg (1057 - 1065), eine Melodie zu Ezzos Lied. Das Ezzolied ist die erste überlieferte Dichtung in deutscher Sprache seit der Karolinger Zeit und steht somit am Anfang der hochmittelalterlichen Dichtung.
1099 stellte der Mönch Frutolf († 1103) seine Weltchronik fertig, diese sollte die Grundlage für zahlreiche weitere Chroniken werden. Frutolf war den Wissenschaften sehr zugetan und auf dem Michelsberg als Lehrer, Schreiber und Autor tätig. Er hatte sich sehr mit der Zeitrechnung beschäftigt, konnte die Widersprüche in den überlieferten Texten jedoch nicht auflösen. Auf diese Widersprüche aber wies er in seinen Schriften hin, während andere Autoren noch gänzlich auf die Richtigkeit der Überlieferungen vertrauten.
Ab 1006 Überarbeitete Eckhart von der Aura die Chronik Frutolfs und führte sie bis 1125 fort. Auch die Schreibstube des Klosters erreichte unter dem Bibliothekar Burchhard ein hohes Niveau. So entstanden in der Zeit zwischen 1112 bis 1140 200 Codices die von 20 namentlich bekannten Schreibern verfasst worden waren.

Letzte Änderung 18.02.2019
Links
Geschichte Quellen

Frutolf

Ekkehardi chronicon universale

Michelsberg bei Wikipedia

Haus der Bayerischen Geschichte

gobamberg

Grundzüge der Geschichte

Literatur:
Dengler-Schreiber Karin: "Der Michaelsberg in Bamberg". Seite 31-38. Bamberg. 1993.


1020 Papst Benedikt VIII. in Bamberg

Auf Bitten des Kaiserpaares hatte sich Papst Benedikt VIII. auf den Weg nach Deutschland gemacht. Doch nicht nur um Heinrich und Kunigunde zu erfreuen, sondern vielmehr um die Unterstützung des Kaisers gegen das erstarkende Byzanz zu erbitten. Diesem Ansinnen trug Heinrich mit der Bestätigung des von Kaiser Otto I. geschlossenem Privilegium Ottonianum mit der Kirche Rechnung.
Benedikt war am 14. April 1020 unter großer Anteilnahme des Klerus, der Bevölkerung und des Kaisers in Bamberg eingezogen um im Dom das Osterfest zu feiern (1, 2). Anscheinend hatte er ein straffes Programm zu absolvieren. Neben den zahlreichen Messen die zu Ostern anfielen, weihte er die Thomaskapelle (3, 4) (Hofkapelle) in der, heute sogenannten, Alten Hofhaltung. Dies belegt eine wiederentdeckte Weiheinschrift in der Kapelle. Auch weihte er am 24. April 1020 die Stiftskirche von St. Stephan (5, 6), höchstwahrscheinlich war auch der Kaiser bei dieser Zeremonie zugegen.
Des Weiteren fand in Bamberg in Zuge des Papstbesuches eine Synode (7) statt, ob Heinrich auch an dieser teilnahm, ist nicht zu ermitteln. Auch der berühmte (8) Sternenmantel kam im Zusammenhang mit dem Papstbesuch nach Bamberg. Heinrich II. bekam diesen von (Ismahel) Meles Herzog von Bari der den Papst neben zahlreichen Bischöfen begleitet hatte zum Geschenk. Ismahel erhofte sich vom Kaiser, so wie Benedikt Hilfe gegen Byzanz. Doch verstarb er kurz nachdem er den Mantel übergeben hatte.

Letzte Änderung 18.02.2019
Links
(1) Feierlicher Empfang des Papstes RI II,4 n. 1962b, in: Regesta Imperii Online,(Abgerufen am 02.02.2019).

(2) Ankunft in Bamberg RI II,5 n. 1210, in: Regesta Imperii Online, (Abgerufen am 02.02.2019).

(3) Thomaskappelle

(4) Papst weiht die Hofkappelle RI II,5 n. 1220, in: Regesta Imperii Online, (Abgerufen am 02.02.2019).

(5) Papst weiht St. Stephan RI II,4 n. 1964a, in: Regesta Imperii Online, (Abgerufen am 02.02.2019).

(6) Papst weiht St. Stephan RI II,5 n. 1219, in: Regesta Imperii Online, (Abgerufen am 02.02.2019).

(7) Die Synoden im Reichsgebiet und in Reichsitalien von 916 bis 1056. S. 279 - 282.