GESCHICHTE BAMBERGS

13. Jahrhundert

1203 Ekbert von Andechs-Meranien / 1208 Königsmord zu Bamberg

Nach dem Tod Timos 1202 übernahm Konrad von Ergersheim das Bischofsamt, hatte dieses jedoch nur knapp ein Jahr inne.

Sein Nachfolger Ekbert von Andechs-Meranien sollte das Bischofsamt bis 1237 bekleiden. Obwohl er stark in die Reichspolitik eingebunden, häufig in Reichsgeschäften unterwegs und sogar einige Jahre im Exil in Ungarn zubringen musste, vergaß er sein Bistum nicht.

Badestuben waren im Mittelalter ein wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge und des gesellschaftlichen Lebens. Die erste in Bamberg 1203 aktenkundig gewordene Badestube war die am Steinbrunnen, heute Vorderer Bach 4/5. Sie war wahrscheinlich schon zur Zeit der Bistumsgründung in Betrieb und wurde 1577 geschlossen. Bis ins 14. Jahrhundert sollten noch weitere elf Badestuben aktenkundig werden und eine davon bis ins 20. Jahrhundert bestehen. Der erste Nachweis einer Baderzunft stammt aus dem Jahr 1383. Neben den Badern gab es im Schnitt noch sechs bis sieben Barbiere in der Stadt. Barbiere genasen die gleiche Ausbildung wie ein Bader, sie waren jedoch nicht an ein Badehaus gebunden.

Am 21. Juni 1208 heiratete die Stauferin Beatrix von Burgund den Herzog Otto VII. von Meranien in Bamberg. Die Vermählung sollte das Haus Andechs-Meranien noch enger mit den Staufern verbinden und die Stellung der Adelsfamilie im Reigen des Deutschen Hochadels weiter festigen. Doch fiel mit der Ermordung von König Philipps von Schwaben, durch den Pfalzgrafen Otto VIII. von Wittelsbach, ein Schatten auf das Bistum Bamberg und die Familie der Andechs-Meranier.
Pfalzgraf Otto hatte sich vom König in seiner Ehre verletzt gefühlt, nachdem dieser 1207 dessen Verlobung mit der Königstochter Kunigunde gelöst hatte. Und so sah Otto am Tag der Vermählung der Nichte des Königs Beatrix, die Gelegenheit zur Rache gekommen. Er suchte Philipp von Schwaben in dessen Räumen in der Alten Hofhaltung auf und schlitzte dem König mit seinem Schwert die Halsschlagader auf. Inwieweit Otto politische Gründe für seine Tat hatte, blieb ungeklärt.

Ermordung Philipps von Schwaben

Der Attentäter konnt zunächst fliehen, wurde jedoch ein Jahr später von Reichsmarschall Heinrich von Kalden in Oberndorf bei Kelheim gestellt und gerichtet.
Bischof Ekbert wurde der Mitwisserschaft beschuldigt. Man warf ihm vor, dass er Otto von Wittelsbach hätte fliehen lassen. Einen Beleg für eine Mittäterschaft gab es jedoch nicht, auch fehlte ein Motiv. Dem neuen König Otto IV. von Braunschweig kam die Anschuldigung jedoch gut zu Pass und er belegte den Andechser 1209 mit der Reichsacht, woraufhin Ekbert zu seinem Schwager nach Ungarn floh. Drei Jahre verbrachte Ekbert im Exil. Erst nachdem sich die politische Großwetterlage wieder zu Gunsten der Staufer gedreht hatte konnte er seine Wiedereinsetzung als Bischof in Bamberg und die Aufhebung der Reichsacht erreichen.
Bamberg war nun die Stadt des ersten Königsmordes in Deutschland, was sicher zum späteren Bedeutungsverlust im Reich beitragen sollte.

Wie die befestigte Domburg sollte auch die Bürgerstadt auf der Insel zwischen den beiden Regnitzarmen eine Stadtmauer erhalten. Die Bauarbeiten begannen um 1210 und waren wohl 1265 abgeschlossen, dies lässt sich zumindest aus einer schriftlichen Erwähnung des Katharinen-Spitals ablesen. Das Spital wurde als vor den Mauern gelegen (extra murus) bezeichnet.
Die Stadtmauer umschloss ein Areal von rund acht ha. Der Mauerring war ungefähr 1100 Meter Lang und hatte einen von der Regnitz gespeisten Wassergraben. Bis heute konnten sieben Tore und Pforten in der 1,5 Meter dicken Mauer nachgewiesen werden. Hauptzugang zur Stadt war das Lange Gasser Tor, welches 1312 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Es war eine Doppeltoranlage mit einem inneren dreistöckigen Torturm, einem äußeren Torhaus und einer Torgasse dazwischen. Weitere Durchlässe waren das Zinkenwörther Torhaus (1307), der Reußenturm (Tor zur Oberen Brücke 1340), die Fischpforte (Austraße - Am Kranen 1324), das Tor am Abtswörth (1347), das Martinstor (Alt St. Martin 1294) und das Kesslertörlein (1448). Im 15. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Befestigung erweitert, doch schon im Laufe des 16. Jahrhunderts begann man damit die Mauer zu durchbrechen und zu überbauen, so dass sie heute nur noch an wenigen Stellen in der Stadt nachweißbar ist.

1212 bestieg der Staufer Friedrich II. den Deutschen Thron. Der neue König rehabilitierte Ekbert und der wiedereingesetzte Bischof war erneut häufig mit königlichem Auftrag im Reich unterwegs. Nun hielt sich der Bischof noch seltener am Sitz seines Bistums auf.
Möglicherweise führte die Abwesenheit des Bischofs mit dazu bei, dass es dem Bamberger Domkapitel gelang, dem König das Recht den Bischof zu wählen abzutrotzen. Bis dahin war es der König, der die Bamberger Bischöfe einsetzte.

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1220 Kaiser Friedrich II. / Domweihe

1220 wurde König Friedrich II. zum Kaiser gekrönt.

Im Jahr 1223 ließen sich, noch zu Lebzeiten des Gründers Franz von Assisi (1181 - 1226), die Franziskaner vor den Toren der Stadt (heute Siechenstraße, Sebastians Kapelle) nieder und betrieben dort ein Siechenhaus zur Pflege von Seuchenkranken. Der Bamberger Konvent war einer der ersten nördlich der Alpen.

1225 wurde erstmals eine Münzprägeanstalt in der Judengasse urkundlich erwähnt. Erste Nachweise für Münzprägungen in Bamberg gab es schon im 11. Jahrhundert.

Um 1225 entstehen die ersten Domherrenhöfe.

Zwischen 1220 und 1230 entstand, wahrscheinlich in Regensburg, der Bamberger Psalter. An dieser Handschrift, die zu den wertvollsten Handschriften des Mittelalters zählt, lässt sich der Übergang von der romanischen zur gotischen Buchmalerei nachvollziehen.

Am 25. August 1231 wurde im südlichen Querhaus des Doms ein Altar zu Ehren der Gottesmutter geweiht, doch sollte die Weihe der Kathedrale noch sechs Jahre auf sich warten lassen.

1232-1233 verbrachte Ekbert mehrere Monate in Gefangenschaft beim Herzog von Kärnten Bernhard, dem die Besitzungen des Bamberger Bistums in seinem Herrschaftsgebiet ein Dorn im Auge waren.

Ein Hinweis auf das Erstarken der Bamberger Bürgerschaft im 13. Jahrhundert ist die Befreiung der Bürger von fremdem Gerichtsstand durch Kaiser Friedrich II. 1234. Dies bedeutete, dass Bamberger Bürger nicht mehr vor auswärtige Gerichte geladen werden konnten. Ein weiterer Hinweis ist das Führen eines eigenen Stadtsiegels. Das Siegelbild zeigt einen Ritter (wahrscheinlich den hl. Georg) mit Lanze (Fähnlein), Schwert und Schild der ein Adlerwappen trägt. Eben dieser Schild weist in die Regierungszeit der Bischöfe Ekbert und Poppo 1203-1242 und auf das Wappen der Andechs-Meranier. Zwar stammt der erste erhaltene Abdruck des Siegels aus dem Jahr 1279, doch wurde das Siegel wohl um 1230 von Bischof Ekbert der Stadt verliehen.

Nachdem die Weihe des Bamberger Doms zweimal verschoben worden war, fand die Weihe am 6. Mai 1237 statt.

Bamberger Dom BW 6h

Bischof Ekbert fehlte erneut bei diesem Großereignis, da er sich zu diesem Zeitpunkt als Reichsstatthalter in Wien aufhielt, wo er am 5. Juni 1237 verstarb.
Die Bamberger Kathedrale kann zu den eindrucksvollsten Bauwerken des Mittelalters gezählt werden und vereint spätromanische mit frühgotischen Bauelementen. Nicht nur die Ausmaße, sondern auch die kontrastreiche Ausstattung, machen den Dom zu einem Bauwerk von Weltgeltung und zum Wahrzeichen Bambergs. Die bekannteste Figur im Innenraum des Doms ist der Bamberger Reiter. Wer die Skulptur schuf oder wen sie darstellt, liegt im Dunkel. Vermutet wird, dass der ungarische König und Heilige Stephan (969 – 1038) als Vorbild diente. Andere Historiker erkennen im Reiter das Ideal des hochmittelalterlichen Herrschers, wieder andere den Messias selbst. Einige sehen im Reiter Kaiser Friedrich II. weil dieser den Bau, als einzigen Kirchenbau nördlich der Alpen, finanziell unterstützt hatte. In jedem Fall wurde das Standbild, übrigens die erste Reiterstatue die seit der Antike angefertigt wurde, vor 1237 aufgestellt bzw. am Pfeiler angebracht. Die aus 16 Blöcken zusammengesetzte Figur war farbig gefasst und befindet sich bis heute an ihrem Platz.
Auch die Pforten des Doms schmückten die Bauherren mit innovativem Figurenschmuck. Die Adamspforte, sie ist der älteste und für das Volk bestimmte Zugang des Doms, wurde mit sechs Statuen geschmückt. Links stehen Heinrich und Kunigunde als Bistumsgründer, sowie Stephan der Ahnherr der Kirche, rechts stehen Petrus der erste Papst und Adam und Eva, die ersten Menschen. Letztere sind die ersten Aktstatuen seit der Antike auf deutschem Boden und waren Vorboten einer Entwicklung die erst im 15 Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichen sollte.
Auch die Darstellung des Jüngsten Gerichtes im Tympanon des Fürstenportals von 1225 war die erste dieser Art im deutschen Kirchenbau. Zwar hatte der Künstler sicher in Reims gelernt, doch in Bamberg mit seiner Arbeit eine neue Interpretation des Jüngsten Gerichtes geschaffen. Die Verdammten die der Teufel abführt sind dem Betrachter zugewandt. Der Herrscher versucht den Teufel zu bannen indem er mit Zeige und Ringfinger ein nach unten geöffnetes V formt, das Malefizhandzeichen, eine alltägliche Geste im Mittelalter und das erste Mal, dass eine solche Geste den Weg in ein Kunstwerk fand.
Zug der Verdammten in Reims:

Im Zuge des Dombaus wurde auch die Hofhaltung erneuert und der Turm „Hohe Warte“ als Teil der neu befestigten Nordfassade der Pfalz errichtet. In diesen Jahren muss Bamberg eine riesige Baustelle gewesen sein, denn auch die Suburbia am Fuße des Domberges hatte bei dem Brand von 1185 großen Schaden genommen.

Literatur:
Schöpplein, Roman:"Die hochmittelalterliche Stadtmauer der Bamberger Inselstadt". Hrsg.: "Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte der Otto-Friedrich-Universität Bamberg". Band 3. 2016. PDF:

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1237 - 1298 Die Epoche Bambergs im Rampenlicht der Reichsgeschichte geht zu Ende

Nach dem Tod Ekberts 1237 wurde Siegfried von Öttingen dessen Nachfolger, doch resignierte dieser nach wenigen Monaten auf dem Bischofsstuhl und übergab sein Amt an Poppo von Andechs Meranien (1237 – 1242). Der ehemalige Dompropst war bei seinem Amtsantritt schon recht betagt. Zwar konnte er die Burgen Niesten und Giech, sowie das Grafengericht des Radensgau, welches die Landesgerichtsbarkeit für die Diözese innehatte, gewinnen, doch brachte er das Bistum in starke finanzielle Bedrängnis und musste sich hoch verschulden. Am Ende wurde er 1242 wegen Verfehlungen im Amt durch ein kaiserliches Gericht abgesetzt.
Mit Poppo endete die Zeit der Andechs Meranier als Bischöfe in Bamberg und die Stadt büßte ihre hervorgehobene Stellung im Reich ein. Dafür erstarkte das Bamberger Bürgertum nicht zuletzt wegen der prosperierenden Gärtnerkultur, Handelsprivilegien und der zahlreichen Handwerker in der Stadt.

Das 1237 erstmals urkundlich genannte Katharinenspital ging auf eine Stiftung der Patrizierfamilie Tockler zurück, vielleicht schon aus dem Jahr 1203. Das Spital war die erste bürgerliche Stiftung der Stadt und lag in der Nähe von Alt St. Martin (heute Maxplatz). Es wurde auch „Hospital des Hl. Martin außerhalb der Mauern von Bamberg“ genannt.

Im Mai / Juni 1242 wählte, auf Druck Friedrichs II., das Bamberger Domkapitel Heinrich I. von Bilversheim (1242 – 1257) zum neuen Bischof in Bamberg.

Dieser hielt 1243 eine erste Diözesansynode ab.

1245 gewährte der Kaiser der Stadt einen dreiwöchigen Jahrmarkt. Welcher anlässlich der Domkirchweih im Mai abgehalten wurde. Der Jahrmarkt brachte erneutes Wachstum für die Stadt. Vor allem die Regnitzinsel profitierte, denn die Wahren für diesen Jahrmarkt wurden zum Teil in der Stadt selbst hergestellt oder in den umliegenden Gärten produziert.

Bischof Heinrich I. war zunächst ein treuer Gefolgsmann Kaiser Friedrichs II., der schon lange im Streit mit Papst Innozenz IV. lag. Doch nachdem der Kaiser 1245 auf dem Konzil von Lyon abgesetzt worden war wurde Heinrich I. zum Parteigänger des Papstes. Zum Dank bestätigte Innozenz IV. Heinrich I. als Bischof von Bamberg und weihte ihn, außerdem löste er das Bistum endgültig aus dem Mainzer Metropoliten-Verband heraus und unterstellte das Bistum direkt Rom.

Nachdem der letzten Andechs Meranier Herzog Otto VIII. 1248 ohne Erben verstorben war, begann der Kampf um das Erbe dieses mächtigen Adelsgeschlechtes. Im Zuge dessen gelang es dem Bamberger Bischof, das alte Grafengericht im Radenzgau wieder für sein Bistum zu sichern.

Mit dem Tod Friedrichs II. 1250 endete die Dynastie der Staufer auf dem deutschen Königsthron und eine Zeit politischer Unruhen brach herein (Interregnum).
Für Bamberg ging eine Epoche im Rampenlicht der Reichspolitik zu Ende und Reichstage sowie Herrscherbesuche wurden immer seltener.

1251 ging Besitz und Verwaltung der Altenburg vom Stift St. Jakob an den Bamberger Bischofsstuhl zurück. Im Laufe des 13. und 14. Jahrhundert ließen die Bischöfe die Burg zu einem ansehnlichen Bischofssitz, aber auch einer Trutzburg gegen die aufstrebende Bürgerschaft in Bamberg ausbauen. Die Bamberger Bischöfe folgten damit dem Trend der Zeit, in dem sich die Fürsten aus den Stadtzentren zurückzogen und ihre Behausungen, wenn nicht außerhalb der Städte, doch an den Stadtrand, verlegten.

Erinnerung an Bamberg 011 Die Altenburg

1257 verstarb Bischof Heinrich I. in Kärnten. Sein Nachfolger Wudezlaus von Schlesien sollte die Rechte Bambergs im Erbfolgestreit um den Besitz der Andechs Meranier wahren. Da er ein Großneffe Bischofs Ekbert gewesen war, hielt man ihn dafür prädestiniert, doch legte er sein Amt bald wieder nieder.

Der nächste Kandidat war Berthold von Leiningen (1257 – 1285), er wurde aus demselben Grund wie Wudezlaus gewählt. Und tatsächlich gelang es dem Großneffen Bischof Poppos, den Erbstreit 1260 mit dem Langenstädter Vertrag beizulegen.

Im selben Jahr trat Hugo von Trimberg (1260 – 1309) sein Amt als Rektor an der Stiftsschule St. Gangolf in der Theuerstadt an. Neben Lateinbüchern für den Unterricht verfasste er den „Renner“, ein Kultur- und Sittenbild in 24472 Versen. Der „Renner“ war in deutscher Sprache verfasst und sollte ein Leitfaden für ein christliches Leben, aber auch ein Wissensspeicher für Nichtlateiner sein. Über Jahrhunderte erfreute sich das Werk so großer Beliebtheit, dass es noch 1549 gedruckt wurde.

Zwischen den Stadtbürgern, Cives genannt, und den Bewohnern der geistlichen Bezirke, den sogenannten Muntätern, kam es schon oft zu Spannungen, doch nun verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Stadt und Domberg zusehends. Die Stellung des Bamberger Bischofs war zu dieser Zeit so geschwächt, dass er im Jahr 1261 dem Domkapitel die althergebrachte Steuerfreiheit für die Bewohner des Domstifts und die Nebenstifte bestätigen musste. Dem Domkapitel gelang es zudem, die Rechte der Immunitäten weiter auszubauen. Der Bischof verlor die einträglichen Einnahmen aus der Niederen-Gerichtsbarkeit in den Immunitätsbezirken. So musste der Bischof seinen Geldbedarf bei den Bürgern der Stadt decken, was deren Steuerdruck deutlich erhöhte. Dies wiederum verschärfte die Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Bischof. Um die Lage zu entschärfen, legte Berthold 1275 die gegenseitigen Ansprüche bezüglich Steuern, Wohnrecht, Gerichtsbarkeit und Marktrecht in neuen Statuten fest. Dennoch verließen vornehmlich wohlhabende Kaufmannsfamilien, zumeist in Richtung Nürnberg, die Stadt. Denn die wahre Macht in Bamberg hatte das Domkapitel inne, es sei denn, die Kapitulare musste sich mit einem starken Bischof auseinandersetzten.

1273 ließen sich die Karmeliter in Bamberg nieder. Ihr erstes Kloster lag in der Au auf der Regnitzinsel.

Ab rund 1275 sind im Bistum Bamberg Weihbischöfe, auch Wanderbischöfe genannt, nachgewiesen. Sie hatten die Aufgabe, den Bischof in seiner Abwesenheit zu vertreten, wurden vom Bischof eingesetzt und besoldet. Wobei sie nicht an ein Bistum gebunden waren, denn bis ins 15. Jahrhundert war es durchaus üblich, dass ein Weihbischof mehreren Bistümern diente. Der erste Bamberger Weihbischof war Heinrich von Streitberg, er wirkte auch in Würzburg, Mainz, Konstanz und Halberstadt.

Nach dem Tod Berthold von Leiningens 1285 verzichtete Manegold von Neuenburg in Rom auf das ihm angetragene Bischofsamt, woraufhin Papst Honorius IV. 1286 Arnold von Solms (1286 – 1296) zum neuen Bamberger Bischof ernannte. Zunächst gelang es Arnold das Bistum zu vergrößern, doch in seinem letzten Regierungsjahr musste er Burgen und Güter verpfänden, um die Schulden des Bistums zu begleichen. Zu den positiven Aspekten seines Pontifikats gehörte die Förderung von Spitälern und Klöstern durch Ablässe und Spenden.

1291 beansprucht Arnold das alleinige Recht zum Bau der Stadtmauern und das Recht Türme und Tore zu bemannen, was die Stadtbevölkerung gegen ihn aufbrachte.

Im selben Jahr bildete das Brauereihandwerk erstmals das stärkste Gewerbe der Stadt, anscheinend wurde damals schon der Ruf Bambergs als Bierhauptstadt begründet.

Während der Regentschaft von Leupolds I. von Gründlach (1296 – 1303), er hatte 1296 das Amt des Bischofs übernommen, kam es am 28. Juli 1298 zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung der Stadt. Auslöser war das Gerücht, dass die Juden Hostien geschändet hätten. Dies wurde im gesamten fränkischen Raum zum Anlass genommen, Juden grausam zu misshandeln und zu ermorden. In Bamberg fielen dem sogenannten Rintfleisch-Pogrom 135 Juden zum Opfer, in ganz Franken zwischen 4000 und 5000.

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