GESCHICHTE BAMBERGS

18. Jahrhundert

1700 - 1724

1700 - 1708 wurde die Langgaß Kaserne am heutigen Schönleinsplatz für 400 Mann Besatzung, nach Plänen von Leonhard Dientzenhofer, errichtet. Die Kaserne musste 1892 der heutigen Bebauung weichen.


Karte Bamberg 1822


Um die Bautätigkeit in Bamberg weiter anzukurbeln, erließ Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn am 13. März 1700 ein Dekret, welches Steuererleichterungen für Bauherren in Aussicht stellte. Die Dauer der Steuerbefreiung hing von der Anzahl der Stockwerke und dem verwandten Baumaterial ab. Einstöckige Neubauten sowie offenes Fachwerk wurden gänzlich verboten. Für ein zweistöckiges verputztes Fachwerkhaus gab es sechs Jahre, für ein dreistöckiges Steingebäude hingegen zwanzig Jahre Steuerbefreiung. Preisnachlässe auf Baumaterialien oder kostenloses Bauholz aus den Staatsforsten taten ihr Übriges um den Umbau der mittelalterlichen Stadt in eine barocke Residenz voranzutreiben.

Um die Bautätigkeit in Bamberg weiter anzukurbeln, erließ Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn am 13. März 1700 ein Dekret, welches Steuererleichterungen für Bauherren in Aussicht stellte. Die Dauer der Steuerbefreiung hing von der Anzahl der Stockwerke und dem verwandten Baumaterial ab. Einstöckige Neubauten sowie offenes Fachwerk wurden gänzlich verboten. Für ein zweistöckiges verputztes Fachwerkhaus gab es sechs Jahre, für ein dreistöckiges Steingebäude hingegen zwanzig Jahre Steuerbefreiung. Preisnachlässe auf Baumaterialien oder kostenloses Bauholz aus den Staatsforsten taten ihr Übriges um den Umbau der mittelalterlichen Stadt in eine barocke Residenz voranzutreiben.

1705/06 ließ der Domherr Franz Friedrich von Greiffenclau zu Vollrads in der Domstraße 5 vom Hofarchitekten Leonhard Dientzenhofer ein barockes Palais errichten. Die heutige Dompropstei bewohnt der Weihbischof, der gleichzeitig das Amt des Dompropstes bekleidet. 1775 wurde von Wilhelm Sickingen das Gebäude renoviert.

Neben dem Bischof beteiligten sich auch viele Hofbeamte am Baugeschehen in der Stadt. So ließ der Fürstbischöfliche Geheimrat Johann Ignaz Tobias Böttinger (1675 - 1730) am Fuße des Stephansberges zwischen 1707 und 1712 ein Palais errichten, das Böttingerhaus. Es war zu dieser Zeit das größte Bürgerhaus der Stadt und übertraf selbst die Domherrenhöfe. Dennoch sollte der Hofbeamte bald wieder umziehen, da der Bau aufgrund des beengten Baugrundes und zahlreicher Baumengel kaum zu nutzen war.

1707 - 1709 gestaltete der Würzburger Hofmaler Melchior Seidl den Kaisersaal in der Neuen Residenz mit Fresken aus.

1709 - 1711 entstand, nach Plänen von Johann Dientzenhofer, am Grünen Markt 14 das nach seinem späteren Besitzer benannte Raulinohaus. Johann Peter Raulino war Inhaber einer Rauch- und Schnupftabak Firma in Bamberg.

1710 wurde Zigeunern, bei Androhung der Todesstrafe, verboten das Gebiet des Bamberger Hochstifts zu betreten.

1711 - 1718 schuf Baumeister Johann Dientzenhofer in Pommersfeld, die 21 Kilometer südwestlich von Bamberg gelegene fürstbischöfliche Sommerresidenz Schloss Weißenstein. Die Dreiflügelige Anlage gilt als ein Gründungsbau des fränkischen Barocks, besonders das Treppenhaus, welches in seiner Form erstmal so in Deutschland ausgeführt worden war, sticht hervor.

Pommersfelden Schloss Weissenstein-20210801-RM-170531

1711 beginnt auch in der Oberen Pfarre die Barockisierung des Kircheninnenraumes. Für die Stuckarbeiten zeichnete Johann Jakob Vogel verantwortlich.

Am 22. Dezember 1711 wurde Karl VI. zum römisch deutschen Kaiser gewählt, was er unter anderem der Unterstützung von Fürstbischof Lothar Franz zu verdanken hatte.

Der zwischen 1711 und 1718 erbaute Rotenhan Palais in der Kapuzinerstraße 25, heute Studierendenkanzlei der Uni Bamberg, wird dem Architekten Johann Dientzenhofer zugeschrieben.

1712 begannen umfangreiche Umbauarbeiten auf dem Michelsberg, die sich über mehrere Jahrzehnte hinziehen und dem Kloster sein heutiges barockes Aussehen verleihen sollten.

Am 10. November 1712 ließ Lothar Franz ein offenes Patent in allen Orten des Fürstbistums anschlagen, in dem er die Übergriffe auf Juden verurteilte und unter Strafandrohung verbat. Unter diesem Schutz durch die Obrigkeit konnte sich die jüdische Gemeinde im Bistum erholen.

1713 konstituierte sich an der Oberen Pfarre die Sebastians Bruderschaft. Bruderschaften waren Träger der bürgerlichen Frömmigkeit und bemühten sich um einen tadellosen Lebenswandel ihrer Mitglieder.

Giovanni Francesco Marchini schuf 1714 die imposante Scheinkuppel in der Jesuitenkirche St. Martin, die erste dieser Art in Deutschland.

1714 - 1716 wurde das Bibra Palais, auch Bibra Haus genannt, in der Unteren Karolinenstraße 11 von Johann Dientzenhofer errichtet. Wie nahezu alle Bauten der Schönbornzeit zitiert es die Architektur der Neuen Residenz, natürlich ohne diese übertreffen zu wollen.

1715 stiftete Friedrich Rosenzweig die Kreuzigungsgruppe, die von Leonhard Gollwitzer ausgeführt wurde, auf der Oberen Brücke.

1716 - 1722 errichtete Johann Dientzenhofer das Wasserschloss Concordia. Sein Auftraggeber Geheimrat Ignatz Böttinger brauchte, nachdem sein Palais in der Judengasse aufgrund von zahlreichen Baumängeln für seine große Familie, er hatte zwölf Kinder, untragbar geworden war, eine neue Bleibe.

1717 ließen sich die Englischen Fräulein am Holzmarkt in Bamberg nieder. Im selben Jahr richteten sie hier eine Elementarschule für Mädchen ein und zwischen 1724 und 1727 entstand an selbigen Ort ihre Institutskirche. Ab 1736 wurden im Umfeld der Schule großzügige Wohn- und Schulgebäude errichtet.

Ein Erlass vom 12. August 1718 untersagte Betteljuden die Einreise ins Hochstift Bamberg.

1718 wurde die heutige Kaiserdom Brauerei in Gaustadt gegründet, erster Brauhaus Besitzer war Georg Morg.

1719 gründete der Domherr Franz Friedrich von Greifenklau eine Brauerei am Laurenziplatz auf dem Kaulberg. Trotz häufigen Besitzerwechsels besteht die Brauerei Greifenklau bis heute und ist ein wichtiger Teil der Bamberger Bierkellerkultur.

Am 28. August 1720 erließ der Bischof einen Erlass gegen Bettler, Vagabunden, Müßiggänger und Kriminelle.

1722 – 1723 erhielt die Klosterkirche auf dem Michelsberg seine heutige geschwungene Freitreppe zum barocken Kirchenportal. Die Pläne stammten von Johann Dientzenhofer, der schon am Bau des Portals beteiligt gewesen war, der Figurenschmuck stammte von Leonhard Gollwitzer.

Ab 1724 ließ Abt Anselm Geisendörfer den Chor der Klosterkirche St. Michael erhöhen, sowie eine Sakristei und die Marienkapelle anbauen. 1729 - 1731 wurden die Sepultur (Grablege) am südlichen Querhausarm durch eine Heilig-Grab-Kapelle ersetzt. Das Bildprogramm des Totenspiegels an der Decke der Kapelle wurde wohl nach Plänen des Abtes selbst, von dem Oberpfälzer Künstler Johann Georg Leinberger, ausgeführt. Der Bamberger Totentanz sticht aus verschiedenen Gründen heraus, zum einen durch die Ausführung in Stuck, zum andern ist die Kombination von Totentanz und Heiligem Grab wohl weltweit einzigartig.
Des Weiteren ließ der Abt, von dem Hofschreiner Servatius Brickard, mehrere neue Altäre sowie 1730 ein neues Chorgestühl, mit 40 Sitzplätzen, in den gotischen Chor einfügen. Der begabte Kunstschreiner arbeitete auch an der Neuen Residenz, dem Schloss Seehof und im Schloss Pommersfeld, doch das Chorgestühl ist wohl eines seiner Hauptwerke.
1726 ließ Lothar Franz am Rappeltschen Haus, Ecke Grüner Markt, Langestraße, an Stelle von hölzernen Verkaufsbuden, durch Christoph Grump und J. Kaspar Strauß, eine Altane (Söller, Balkon) als Verkündungskanzel anbringen.

Bonaventura Joseph Mutschele wurde 1728 in der Nähe von St. Gangolf geboren. Er war der begabteste Spross der Bamberger Bildhauerfamilie Mutschele und wurde Hofbildhauer des Zaren von Russland.

⇑ Nach Oben

1729 – 1746 Friedrich Karl von Schönborn

Nach dem Tod von Lothar Franz von Schönborn 1729 trat sein Neffe Friedrich Karl von Schönborn (1729 – 1746) dessen Erbe als Fürstbischof in Bamberg an. Im Mai übernahm er auch das Bistum Würzburg, somit waren die mainfränkischen Bistümer wieder in einer Hand vereint. Im Herbst kamen seine Brüder Kurfürst Franz Georg von Trier, Kardinal Damian Hugo, Bischof von Speyer und Marquard Wilhelm, Dompropst zu Bamberg und Eichstätt nach Bamberg. Sie übergaben ihm das Pallium, als Zeichen der Verbundenheit Roms mit seinem Bistum. Im Gegenzug weihte Friedrich Karl seinen Bruder Franz Georg zum Priester und Bischof von Trier.

Friedrich Karl von Schonborn by Johann Gottfried Auerbach, c. 1730 - Mainfränkisches Museum - Würzburg, Germany - DSC04590

Für die Umbauarbeiten in Schloss Seehof 1729 - 1738 zeichneten Balthasar Neumann (Orangerie), Johann Jakob Michael Küchel (Wachpavillon, Torgebäude) und Justus Heinrich Dientzenhofer verantwortlich. Vor allem wegen des neugestalteten Parks mit Heckentheater, Seen, Wasserkaskaden, Terrassen und über 400 Figuren gehörte die Sommerresidenz zu dem bekanntesten in Europa.

Friedrich Wilhelm I. von Preußen und sein Sohn Kronprinz Friedrich von Preußen logierten am 19. Juli 1730 in Bamberg.

1730 begannen unter Beteiligung von Balthasar Neumann die Planungen zum Neubau eines Klostergebäudes für die Dominikaner am linken Ufer der Regnitz. 1732 war die Grundsteinlegung, 1734 konnten die ersten Mönche einziehen, 1743 waren alle Bauarbeiten abgeschlossen.

1732 entstand am heutigen Maxplatz, rechts neben Alt St. Martin ein neues Gebäude für ein modernes Priesterseminar nebst eines Hofes für den Weihbischof (heute Neues Rathaus). Vollendet wurde der von Neumann und Dientzenhofer geplante dreiflügelige Bau von Johann Jakob Michael Küchel.

Der letzte Dientzenhofer Baumeister in Bamberg Justus Heinrich baute 1732 an der Nonnenbrücke 1. ein Wohnhaus für seine Familie. Auch andere Hofbaumeister errichteten Privathäuser für ihre Familien. So baute 1739 der Hofbaumeister Johann Jakob Michael Küchel in der Langen Straße 37 ein repräsentatives Gebäude. Die Häuser der Architekten waren vom Fürstbischof gefördert worden und legten Zeugnis über deren Können ab.

1733 wurde der Neubau des Kapitelhauses am Dom fertiggestellt. Der Barockbau nach Plänen von Baltasar Neumann umschließt den frühgotischen Kreuzgang des Vorgängerbaues. Seit 1966 befindet sich dort das Diözesanmuseum.

1734 wurde das Osttor der Domburg abgebrochen, sodass dann durch Abtragung und Aufschüttung ein bequemerer und repräsentativerer Zugang zum Domberg und zur Residenz des Fürstbischofs geschaffen werden konnte. Die Neue Residenz war der Abschluss einer Achse von der Königstraße über die Seesbrücke durch die heutige Fußgängerzone über die Untere,- oder Obere Brücke zum Dom. Die so entstandene Achse trug dem Repräsentationsansprüchen der Fürstbischöfe als absolutistische Herrscher eines Bistums Rechnung.

1738 wurden das Kathrinen- und das Elisabethenspital in den „ Vereinten Bürgerspitälern“ zusammengeführt. Das neue Spital zog in das von Baltasar Neumann neu gebaute „Krackhardt-Haus“, links neben Alt St. Martin und gegenüber dem neugebauten Priesterseminar - heute Max Platz, ein. Es entstand ein neues barockes Herz auf der Insel, welches den Umbau der Mittelalterlichen zur Barockstadt weiter vorantrieb. Dieser Charakter ging nach dem Abriss von Alt St. Martin gänzlich verloren.

1738 stiftete der Domkapitular Jodocus Bernhard von Aufsees, nahezu sein gesamtes Vermögen in Höhe von 300.000 rheinischen Gulden, zu Gunsten eines Schülerwohnheimes. Das nach ihm benannte Aufseesianium konnte schon 1741 die ersten 36 Schüler aufnehmen.

1739 wurde die Untere Brücke von Balthasar Neumann in einer Bauzeit von nur einem Jahr komplett neu erbaut. Die über fünf Bögen geschlagene Steinbrücke mit ihrem Figurenschmuck nahm, wie fast alle Brücken der Stadt, bei dem Hochwasser von 1784 schweren Schaden. Von den sechs Figuren, die der Bildhauer Peter Benkert geschaffen hatte, blieb nur die Statue der Hl. Kunigunde erhalten.

1742 wurde der Schlachthof am Kranen nach Plänen von Paulus Mayer als Ergänzung zum ersten Schlachthaus etwas flussaufwärts neu gebaut. Das barocke Gebäude wurde teils in die Regnitz gestellt, sodass Schlachtabfälle direkt in den Fluss entsorgt werden konnten. Im neuen Schlachthaus konnte auch Großvieh geschlachtet werden, u. a. Rinder aus Ungarn. Heute befindet sich hier u. a. eine Teilbibliothek der Bamberger Uni.

Bamberg, Am Kranen 1-001a
Schlachtfof


1743 wurde Catharina Treu (1743 – 1811) in eine Bamberger Malerfamilie hineingeboren. Alle fünf Kinder der Familie wurden zu Malern ausgebildet, um die Eltern bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Catharina war beim Mahlen von Stillleben sehr begabt und Fürstbischof von Speyer Franz von Hutten berief die Bambergerin 1768 an die Kunstakademie nach Düsseldorf, wo sie 1776 zur ersten weiblichen Professorin an einer deutschen Akademie berufen wurde.

1743 ließ Friedrich Karl das mittlerweile etwas heruntergekommene Schloss Geyerswörth von Johann Jakob Michael Küchel Instand setzen und zu einem Amtsgebäude umbauen, denn auch das Terrain um das Alte Rathaus sollte dem repräsentativen Anspruch der Fürstbischöfe genügen.
Weshalb er zwischen 1744 und 1756 auch das Alte Rathaus, nach Plänen von Johann Jakob Michael Küchel, umbauen ließ. Von den Umbaumaßnahmen blieb nur das Rottmeisterhaus ausgenommen. Die Barockfassade stammt von Johann Anwander. Der Schmuck der beiden Altane am erhöhten Rathausturm wurde von Bonaventura Joseph Mutschele und seinen Brüdern in Stein gehauen. Die Turmuhr steuerte Leopold Hoyß bei.

Ab 1746 gab es eine regelmäßige Frachtschifffahrtslinie zwischen Bamberg und Würzburg.

⇑ Nach Oben

1746 – 1767 Ende der Schönborns / Siebenjähriger Krieg

Mit dem Heimgang Friedrich Karls am 25. Juli 1746 ging die Zeit der Schönborns und der architektonischen Blühte in Bamberg zu Ende. Seine Nachfolge trat Johann Philipp von Frankenstein (1746 – 1753) an.

Der neue Fürstbischof reformierte das Beamtentum im Hochstift und schloss eine Vereinbarung mit dem Domkapitel, welche die seit Jahrhunderten schwelenden Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bischof und Domherren endgültig beilegte.

1747 brannte das 1732 errichtete Zucht- und Arbeitshaus in der Königstraße komplett aus, einige Insassen hatten es in Brand gesteckt. Ein neues wurde 1753 auf dem Grund des ehemaligen Elisabethenspitals errichtet. Der Fürstbischof vermietete die Räume nebst lebendem Inventar an Unternehmer. Die billigen Arbeitskräfte mussten u. a. Brillen,- und Brenngläser herstellen. Um sich die Arbeit zu erleichtern, erfanden zwei von ihnen eine spezielle Schleifmaschine. Später wurden zwei Spinnsäle eingerichtet. Heute dient das Gebäude als Justizvollzugsanstalt, die im Volksmund „Café Sandbad“ genannt wird.

Am 30. August 1747 erließ Bischof Frankenstein eine Verordnung, nach der keinem Juden mehr Schutz gewährt werden sollte, der nicht eine gewisse Summe als Besitz nachweisen könne. Die jüdische Gemeinde musste für die Liquidität ihrer Mitglieder bürgen.

Ab 1749 begann der Stadtbaumeister Martin Mayer damit, den im Kern mittelalterlichen Turm des Alten Rathauses barock zu überformen und ihm sein heutiges Aussehen zu geben.

1750 wurden die Immunitäten (St. Stephan, St. Gangolf, St. Jakob, Kaulberg) endgültig aufgelöst, alle Rechte gingen an den Fürstbischof. Die Stadt wurde in vier Bezirke eingeteilt, die sich am Brückenrathaus trafen. Jedes Viertel hatte einen eigenen Bürgermeister und Ratsherren, die vom Fürstbischof ernannt wurden und die Verwaltung, das Polizeirecht und die niedere Gerichtsbarkeit innehatten.

Die den rechten Regnitzarm überspannende, vierbogige Seesbrücke wurde zwischen 1752 und 1757 nach Plänen von Johann Jakob Michael Küchel und Balthasar Neumann gebaut. Die zentrale Figurengruppe der Rokokobrücke wurde 1768 von Ferdinand Dietz beigesteuert. Sie galt als die „Königin der Brücken Frankens“. Nur sechzehn Jahre später sollte die Brücke einem schrecklichen Hochwasser zum Opfer fallen.

Bamberg - Eisstoß -1784
Seesbrücke


1753 übernahm der betagte Franz Konrad von Stadion (1753 - 1757) das Fürstbistum, er verstarb jedoch nach vierjähriger Regentschaft und ohne großen Eindruck hinterlassen zu haben. Seine Nachfolger Adam Friedrich von Seinsheim (1757 - 1779) verkörperte zwar noch einmal den Typ des spätbarocken Fürsten, war aber auch der Aufklärung zugeneigt.

Ab dem 1. Januar 1754 erschien das erste Bamberger Anzeigen und Nachrichtenblatt. Es wurde von Johann Georg Christoph Gertner unter dem Titel „Hochfürstlich Bambergische wöchentliche Frag- und Anzeige Nachrichten“ herausgegeben. Der in Bamberg geborene Gertner war Nachrichtensammler, Verleger und Drucker in einer Person. Seine innig geliebte Zeitung hatte 2000 Abonnenten, was die Kosten kaum deckte. Gertner starb 1786 in seiner Heimatstadt.

1756 erschütterte ein Erdbeben die Mauern Bambergs.

1756 eröffnete Am Stephansplatz 5 die Präparanden-Schule als Vorbereitungsschule für Lehrkräfte.

1757 erhielt der von Balthasar Neumann entworfene Garten der Neuen Residenz einen neuen Pavillon, der vom Architekten Johann Jakob Michael Küchel errichtet wurde. Die Gartenfiguren stammen von Ferdinand Dietz. Die mit Lavendelbüschen eingefassten Beete wurden ab 1820 vorwiegend mit Rosen bepflanzt und der Garten wurde so zum ersten Rosengarten Deutschlands. Heute pflegen die Gärtner rund 4500 Pflanzen von 50 verschiedenen Rosensorten.

1757 bezog der fürstbischöfliche Uhrmachermeister Leopold Hoys seine Dienstwohnung im Uhrmacherhaus im Hinteren Bach 6. Hoys war 1741 nach Bamberg gekommen und 1742 als Großuhrmacher in die Bamberger Uhrmacherzunft aufgenommen worden. Von ihm stammte unter anderem die Rathausuhr von 1766 mit einem, bis dahin nur in kleinen Uhren genutzten, Viertelstunden Schlagwerk.

Im Lauf des Siebenjährigen Krieges 1756 – 1763, zwischen dem „Alten Fritz“ und Kaiserin Theresia, fielen die Preußen viermal über Bamberg her. Erstmals bestürmten preußische Truppen am 31. Mai 1758 die Stadt. Sie brannten 58 Gebäude im Gärtnerviertel nieder, konfiszierten das gesamte Hof- und Kirchensilber. Während der Fürstbischof zu diesem Zeitpunkt schon nach Würzburg geflohen war. Nach dem Aufmarsch kaiserlicher Truppen am 10. Juni zogen die Preußen gezwungenermaßen wieder ab.

Am 16. Mai 1759 gaben die preußischen Generale Knobloch und Itzemplitz die Stadt erneut der Plünderung durch ihre Truppen preis und verlangten eine Kontribution von zwei Millionen Taler.

Zwischen 1661 und 1667 entstand auf dem Gelände des Hauptfriedhofs die Gönninger-Kapelle. Die Marienkapelle geht auf eine Stiftung des Bamberger Bürgers Johann Jakob Gönninger zurück und enthielt eine Nachbildung des Gnadenbildes von Einsiedeln, welche Gönninger von einer Wallfahrt mitbrachte.

Trotz laufender Friedensverhandlungen kehrten die Preußen am 20. November 1762 nach Bamberg zurück. General von Kleist forderte eine Million Reichstaler, 2000 einheimische Rekruten und 500 Pferde.

Am Ende des Krieges 1763 musste das Bistum teuer für seine Kaisertreue bezahlen, es blieb auf einer Million Gulden Kontributionen sitzen und musste dafür seine Besitzungen in Kärnten verkaufen. Die Stadt erholte sich nur sehr langsam von den Folgen der Besetzungen und Plünderungen des Siebenjährigen Krieges.

1765 - 1768 ließ Abt Hieronymus II. Held ein barockes Stadtpalais für die Ebracher Zisterzienser, den Neuen Ebracher Hof, am Unteren Kaulberg bauen.

Noch heute schmückt das Wappen der Rotenhans den 1772 fertiggestellten Palais in der Oberen Karolinenstraße 5. Die Entwürfe stammten noch von dem 1769 verstorbenen Architekten Johann Jakob Michael Küchel. Der eigentliche Bauherr war wohl der Domherr Johann Philipp Anton von Guttenberg, der das Haus bis 1821 bewohnte. Nach dem Tod Guttenbergs wurde das Haus zum Wohnsitz der Bamberger Erzbischöfe.

Literatur:
Kunzmann, Roland: Die Kirchenbauten des Johann Jakob Michael Küchel. PDF:

Zwischen 1765 und 1773 wurden die Osttürme des Doms um ein Stockwerk erhöht, um sie an die Westtürme anzugleichen. Außerdem erhielten die vier Türme einheitliche Turmhauben und der Dachreiter auf dem Langhaus wurde entfernt. Es sollte eine einheitliche Fernwirkung erzielt werden. Die Barockisierung der Ostfassade wurde zwar geplant, doch wieder verworfen.

⇑ Nach Oben

1770 – 1789 Bamberg wird zur Volluniversität

1770 wurde das Jesuitenkolleg zur Volluniversität ausgebaut. Zur philosophischen, theologischen, und juristischen Fakultäten gesellte sich eine medizinische. Die neue Universität firmierte 1773 unter dem Namen Universitas Ottoniano Fridericiana.

1771 ließ der Fürstbischof die dem Dom zugewandte östliche Apsis von St. Jakob eine barocke Fassade vorblenden. Im Zuge dessen wurde der südliche halbfertige Turm eingelegt und der nördliche mit einer Zwiebelhaube versehen. Eine der beiden Krypten war schon 1706 zugeschüttet worden, die zweite folgte jetzt. Für die Arbeit zeichnete vermutlich der Hofingenieur Johann Michael Fischer verantwortlich.

Die Aufhebungsurkunde des Jesuitenordens war am 16. August 1773 von Papst Klemens XIV. ausgestellt worden und traf im September 1773 in Bamberg ein. Zwar wurde die Auflösung des Ordens auch in Bamberg vollzogen, doch blieben die meisten Jesuiten in ihren Ämtern oder gingen in die Seelsorge. Auch auf die Universität hatte die Aufhebung der Gesellschaft Jesu Auswirkungen. Von nun an übernahmen meistenteils einheimische Professoren die Ausbildung der Studenten, was die Qualität und den Horizont der Lehre nicht gerade verbesserte.

1774 bezog das Militär die von Johann Georg Roppelt geplante Hauptwache. Der zweigeschossige Barockbau mit Mansarddach und ehemals offenen Arkaden lag am Stadtgraben diesseits der Seesbrücke, heute Kettenbrücke.
Ebenfalls wurde das barocke Riegeltor von der Hauptwachstraße an den Steinweg verlegt.

Ab 1776 begann Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim mit der Umgestaltung des Domplatzes. Zunächst ließ er den Domplatz planieren, um dessen Neigung zu verringern. Als Nächstes musste die Andreaskapelle einer Durchfahrt weichen. Die zwei übriggebliebenen Innenseiten der Kapelle bildeten nun den südöstlichen Abschluss der Alten Hofhaltung. Die oberen Geschosse der baufällig gewordenen Hohen Warte wurden bis auf die Kathrinen Kapelle abgetragen und diese mit einem Notdach gedeckt. Außerdem fiel der größte Teil des Palas und weitere Fachwerkgebäude dem Abbruchhammer zum Opfer. Mit dem Bauschutt der Hofhaltung wurde der Stadtgraben zugeschüttet und die Promenade angelegt (heute ZOB). Des Weiteren wurde die Auffahrt zum Dom durch die Untere Karolinenstraße aufgeschüttet. 1779 fiel auch die Tattermannsäule, die von alters her vor der Hofhaltung stand und den Nabel der Welt markierte, der Spitzhacke zum Opfer.

Kaufmann J.G. Alte Hofhaltung Bamberg
Alter Hofhaltung


1779 übernahm Franz Ludwig von Erthal (1779 - 1795) den Fürstbischofsstab. Der neue Fürstbischof war stark von der katholischen Aufklärung beeinflusst und führte ein asketisches und vorbildliches Leben. Wie sein Vorgänger leitete er die Bistümer Bamberg und Würzburg in Personalunion und reformierte Verwaltung und Schulwesen. Sein Grundsatz „Der Fürst ist für das Volk, nicht das Volk für den Fürsten da“ und seine fortschrittliche Sozialpolitik machte ihn zum Musterbeispiel eines Fürsten des aufgeklärten Absolutismus.

1779 lebten in Bamberg 21000 Bürger, davon waren 3000 registrierte Arme, 1624 Handwerker, 1400 Dienstboten, 1003 Gesellen, 208 Lehrlinge, 212 Ordensgeistliche und 162 Weltgeistliche.

1782 fielen einige Hundert Menschen im Fürstbistum und der Stadt der sogenannten russischen Krankheit zum Opfer.

Ein starkes Hochwasser, mit schwerem Eisgang zerstörte in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar 1784 fast alle Bamberger Brücken und zahlreiche ufernahe Gebäude. Auch die Seesbrücke mit all ihren Rokoko Figuren wurde zerstört und 15 Bürger, die das Naturschauspiel auf der Brücke beobachteten, fielen den Fluten zum Opfer. Erst 1961 wurde die von Ferdinand Tietz geschaffene St. Georgs Statue im Flussbett wiedergefunden. Auch die Untere Brücke wurde stark in Mitleidenschaft gezogen, von den sechs Brückenstatuen blieb nur die Heilige Kunigunde erhalten. Lange Zeit mussten die Bürger mit Provisorien aus Holz zurechtkommen, bis alle Brücken wieder instandgesetzt worden waren.

1784 erschien von dem Historiker Philipp Wilhelm Gerken ein Bericht über Bamberg. Er beleuchtet vor allem die landwirtschaftlichen Aspekte der Stadt.

In der Veröffentlichung „Beschreibung sehenswürdiger Bibliotheken Teutschlands“ von Friedrich Karl Gottlob Hirschland, er hatte Bamberg 1786 besucht, konnte man kaum Gutes über die Bibliothek und Universität Bambergs lesen.

1787 waren in der Zunftrolle der Gärtner 386 Meister verzeichnet.

⇑ Nach Oben

1789 – 1799 Das Allgemeine Krankenhaus

Zu den großen Errungenschaften Erthals gehört das am 11. November 1789 eröffnete Allgemeine Krankenhaus. Der aufgeklärte Bischof wollte die Armen- und Krankenpflege in seinem Bistum reformieren und so ließ er ein Krankenhaus mit rund 120 Betten planen, um die Hospitäler, Armen- und Blatternhäuser sowie Siechhäuser zu ersetzen. Das, von Hofbaumeister Johann Lorenz Fink, Hofarchitekt Philipp Geigel und Dr. Adalbert Friedrich Marcus, in der Unteren Sandstraße erbaute Krankenhaus war eines der modernsten Krankenhäuser Europas und stand bis in die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts Pate für zahlreiche Krankenhaus-Neubauten. Vor allem in der Krankenpflege war es ein Haus mit Vorbildcharakter, so wurden nur heilbare Patienten aufgenommen, es diente also nicht als Siechenhaus. Die Anordnung der zwischen fünf bis zehn Betten fassenden Zimmer folgte einem genauen Plan, der die Pflege erleichtern sollte. Vor allem auf Hygiene wurde besonderer Wert gelegt, was damals nicht unbedingt selbstverständlich war. Eine „Krankenschwester“ war für die Pflege von acht Patienten zuständig, die Verpflegung wurde auf jeden Patienten speziell abgestimmt. Um die Versorgung werdender Mütter zu verbessern, wurde dem Krankenhaus eine Hebammenschule angeschlossen. Erster Leiter des Krankenhauses und der Schule war der Leibarzt des Fürstbischofs Dr. Adalbert Friedrich Marcus, der 1790 seine Erfahrungen in dem Buch „Von den Vortheilen der Krankenhäuser für den Staat“ veröffentlichte. Im Laufe der Zeit erfuhr das Krankenhaus zahlreiche An- und Umbauten und war bis 1984 in Betrieb. Heute befinden sich auf dem Gelände ein Welcome Hotel und das Stadtarchiv.
Auch die „Armenordnung“, die Erthal ausfertigen ließ galt als so vorbildlich, dass sie nach der Säkularisation des Bistums von Bayern übernommen und erst durch die bismarcksche Sozialgesetzgebung abgelöst wurde.

In den Jahren 1789 - 1790 grassierte in der Stadt eine Faulfieberepidemie.

1790 brannte der Burgfried der Altenburg nach einem Blitzschlag völlig aus und war, bis der Altenburgverein sich 1820 seiner annahm, nicht begehbar.

Altenburg-P1180876
Altenburg


1791 gründete Fürstbischof Erthal das Naturkundekabinett, die Keimzelle des heutigen Naturkundemuseums, als Beifügung zur Universität und Grundlage eines geplanten Lehrstuhles für Naturgeschichte. Das Museum war eines der ersten dieser Art in Deutschland und mit seinem fast ursprünglich erhaltenen klassizistischen Vogelsaal zählt es heute noch zu den schönsten weltweit.

Ab 1791 gab der französische Priester Gerard Gley die „Bamberger Zeitung“ heraus. Die Geschäftsräume befanden sich am Judenplatz, heute Pfahlplätzchen 1. 1807 war Georg Wilhelm Friedrich Hegel für kurze Zeit Chefredakteur. Von 1809 bis 1834 erschien die Zeitung unter dem Namen „Fränkischer Merkur“, dann als „Bamberger Tageblatt“ und von 1754 bis 1945 firmierte die Zeitung unter öfters leicht abgewandelten Namen.

Im selben Jahr schuf der Domkapitelschlosser Eustach Lindner das Eiserne Tor, welches den Abschluss der Residenzstraße, früher Locheygasse, bildete. Die Türen des Tores blieben nicht erhalten.

Neben anderen Reformen lag dem Fürstbischof auch die Neugestaltung der Justiz am Herzen. So erschien 1792 ein "Entwurf zur neuen bambergischen peinlichen Gesetzgebung", welche der Bamberger Hofrat und geheime Referendar in Justiz- und Gesetzgebungsgegenständen Matthäus Pflaum verfasst hatte. Das Werk fand großen Anklang unter den Rechtsgelehrten und wurde am 30. Dezember 1795 in Kraft gesetzt. Das neue Gesetzbuch verwirklichte die Forderungen der Aufklärer nach Humanismus, Rationalisierung und Säkularisierung des Strafrechts.

1792 brach der Erste Koalitionskrieg 1792 - 1797 aus. Dieser Konflikt zwischen dem revolutionären Frankreich auf der einen und Österreich und Preußen sowie einiger deutscher Kleinstaaten sollte das Ende der Fürstbistümer Bamberg und Würzburg einleiten.

1793 besuchen die Jurastudenten Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder Bamberg. Wackenroder schickt zahlreiche Briefe über seine Reisen an seine Eltern nach Berlin, allein sein Bericht über Bamberg füllte 36 gedruckte Seiten. Manchem gilt sein Besuch des Bamberger Doms und des Heinrichsfests am 13. Juli 1793 als ein „Geburtstag der deutschen Romantik“.

Am 30. November 1793 wurde der spätere Mediziner Johann Lucas Schönlein in der Oberen Königstraße 7 geboren. In Bamberg durchlief Schönlein seine schulische Ausbildung und sammelte, nach seinem Studium in Landshut und Würzburg, ab 1815 erste Praktische Erfahrungen am Allgemeinen Krankenhaus Bamberg bei Dr. Marcus. Der liberal gesinnte Arzt, der für die Befreiung der Medizin von der Bevormundung der Kirche eintrat, musste seine Professur in Würzburg aufgeben. Er ging als Ordinarius nach Zürich, wo er eine medizinische Fakultät aufbaute. 1839 wurde der Begründer einer naturwissenschaftlichen Herangehensweise in der Medizin an die medizinische Klinik der Berliner Charité berufen. Hier konnte er nahezu zwanzig Jahre wirken und bedeutende Ärzte wie Virchow beeinflussen. Außerdem war er Leibarzt der preußischen Könige Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. Seinen Lebensabend verbrachte der Vater der modernen Medizin in seine Heimatstadt, wo er am 23. Januar 1864 verstarb.

Video: Bamberger Buch-Geschichten - Johann Lukas Schönlein und die Geburt der modernen Medizin.

Am 15. Dezember 1794 gründete der Ingenieur Leopold von West eine Ingenieurs- und Zeichen-Akademie, diese wurde später der Universität angegliedert.

1794 stellte der Bildhauer Michael Trautman die sogenannte "Trautmannsmauer" als östlichen Abschluss des Domplatzes zur Stadt fertig.

Mit dem Tod Franz Ludwig Erthals am 14. Februar 1795 stieg der letzte große Fürstbischof Bambergs ins Grab. Die Regierungszeit seines Nachfolgers Christoph Franz von Buseck (1795 - 1802) war schon von der Französischen Revolution und den Kriegswirren der Napoleonischen Kriege überschattet.

Im Zuge des 1. Koalitionskrieges näherten sich Ende Juli 1796 französische Truppen unter Marschall Jourdan dem Hochstift Bamberg, woraufhin Bischof Christoph Franz von Buseck es vorzog nach Böhmen zu fliehen. Am 04. August 1796 besetzten die Franzosen die Stadt. Das Gros der Truppen zog weiter, doch eine Garnison unter Stadtkommandant Oberstleutnant Mercadé blieben in Bamberg zurück. Bis zum Waffenstilstand mit dem Fränkischen Kreis am 07. August 1796 kam es zu Plünderungen und Übergriffen auf die Bamberger Bevölkerung. Am 16. August 1796 verkündeten die Franzosen, welche Kriegskontributionen das Hochstift zu leisten hätte. Demnach setzte das französische Oberkommando eine Geldsumme von vier Millionen Livres und Sachleistungen in Form von 100.000 Hemden, 100.000 Paar Schuhen, 10.000 Paar Stiefeln, 50.000 Paar Gamaschen sowie 400 Pferden, wovon 200 Zug- und 200 Reitpferde sein müssten, fest. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, nahmen die Franzosen zwanzig Geiseln aus der Bamberger Bürgerschaft, unter ihnen der Weihbischof, einige Domkapitulare und der Vizedom. Von diesen zwanzig wurden vierzehn am 17. August 1796 in die französische Festungsstadt Givet in den Ardennen gebracht und fast ein ganzes Jahr dort festgesetzt, ehe sie am 31. Juli 1797 nach Bamberg zurückkehren konnten.
Nachdem die Österreicher unter Erzherzog Karl die französischen Truppen zurückgedrängt hatten, musste auch die Bamberger Garnison am 30. August 1796 abziehen. Dafür wurden jetzt österreichische Truppen in Bamberg einquartiert und die letzten fremden Soldaten verließen erst Ende November 1796 die Stadt. Kontribution, Plünderungen, Einquartierungen und die Zerstörung von ganzen Dörfern im Zuge des ersten Koalitionskrieges hatten Bamberg und dem Hochstift schweren Schaden zugefügt.

Literatur:
PDF: Bamberg in der Epoche der Koalitionskriege, 1792–1815.

Am 17. November 1797 nahm Johann Wolfgang von Goethe Quartier im Weißen Lamm in der Unteren Königstraße 28 und lobte die Stadt ob ihrer schönen Lage.

Am 17. November nahm Johann Wolfgang von Goethe quartier im Weißen Lamm in der Unteren Königstraße 28 und lobte die Stadt ob ihrer schönen Lage.

1799 waren 55 Brauhäuser auf dem Stadtgebiet angesiedelt, heute gibt es noch zwischen 12 und 15 Braustätten, je nachdem, wenn man fragt, in der Stadt.

Am 21. März 1799 begann der 2. Koalitionskrieg. Erzherzog Karl hatte die Franzosen bei Ostrach angegriffen und besiegt. Der Bamberger Fürstbischof stellte sich auf die Seite der Österreicher, da ein Fortbestand seines Fürstbistums nur in einem intakten Heiligen Römischen Reich gesichert schien. Deshalb stellte er dem Kaiser nicht nur eine große Summe Geldes, sondern auch ein ansehnliches Kontingent Soldaten zur Verfügung, außerdem forderte Erzherzog Karl Beihilfen in Form von Naturalien.

⇑ Nach Oben
Links